Dissertationsprojekt - Andrea Schmieg

Thema der geplanten Dissertation:

Sein und Mensch-Sein. - Zum Verhältnis von Ontologie und Anthropologie  in der Philosophie Josef Piepers.

 

Betreuer:

Prof. Dr. Josef Schmidt (SJ)

 

Institution:

Hochschule für Philosophie, München

 

Kurzbeschreibung des Projektes:

Die Dissertation stellt die Frage nach dem Zusammenhang von Anthropologie und Ontologie im Werk Josef Piepers. Bei der Auseinandersetzung mit dessen Schriften wird deutlich, dass sein Menschenbild eng mit ontologischen Annahmen verknüpft ist. Dabei steht Pieper in der Tradition einer philosophia perennis. Sein Lehrer Thomas von Aquin ist, als repräsentativer Vertreter der Seinsmetaphysik des Hochmittelalters1, von entscheidender Bedeutung. Pieper macht sich diese Seinsmetaphysik in ihren wesentlichen Grundzügen zu eigen, ohne aber Thomas von Aquin einfach nur zu wiederholen. Vielmehr steht er ganz in seiner eigenen Gegenwart und im Gespräch mit den Denkern und den philosophischen Fragen seiner Zeit.

Den Menschen begreift Pieper vor diesem Hintergrund als ein Wesen der Seinsoffenheit, das aufgrund dieser Konstitution zur Wahrheit befähigt ist, die Pieper primär ontologisch, nämlich als „Wahrheit der Dinge“ begreift. Insbesondere der Akt des Philosophierens macht diesen Grundzug ausdrücklich. Die Frage nach der Bedeutung von Philosophie gehört für Pieper deshalb in den Bereich der philosophischen Anthropologie. So könne nichts über das Wesen von Philosophie ausgesagt werden, ohne damit zugleich eine Aussage über den Menschen zu machen.2

Das Wahre ist ebenso eine transzendentale Bestimmung alles Seienden, wie das Gute. Daher kommt der Mensch im Tun des Guten in seinen eigentlichen Selbstvollzug, und der tugendhafte Mensch handelt folglich nach Pieper nicht einfach nur richtig, sondern seinsgemäß. Die Tugenden bilden deshalb einen zentralen und auch quantitativ umfangreichen Aspekt im Gesamtwerk Piepers.

Vor diesem Hintergrund will die Dissertation herausarbeiten, wie Pieper die Philosophie insgesamt sieht, wie diese auf die Anthropologie bezogen ist und auf welchen ontologischen Grundannahmen alles aufruht. Konsequent wird auch nach dem Verständnis von Wirklichkeit, Sein, Wahrem und Gutem überhaupt und ihren Zusammenhängen untereinander im Werk Josef Piepers gefragt.

Letztlich findet sich der Mensch in den Horizont des absoluten Seins gestellt. Darauf verweist Pieper immer wieder, wenn er den Gedanken der Kreatürlichkeit im Werk des Thomas von Aquin auf unterschiedlichen Wegen herausarbeitet. Hier zeigt die Dissertation auf, was dies bedeutet und wie der Mensch erst von seinem Bezug zum absoluten Sein her recht verstanden werden kann.

 

_________________

1Vgl. Pieper, Wahrheit der Dinge, Werke, Band 2, S. 100.

2Vgl. Pieper, Was heißt philosophieren? Werke, Band 3, S. 17.

 

Voraussichtlicher Abschluss:

September 2011

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Zur Person:

Josef Pieper (1904-1997) war Professor für Philosophische Anthropologie an der Universität Münster; Mitglied mehrerer Akademien; zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter der internationale Balzan-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften.

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