Dissertationsprojekt - Werner Friesdorf

Thema der geplanten Dissertation:
Josef Pieper und die liturgische Erneuerung im 20. Jahrhundert

Betreuer:
Prof. Dr.Michael KUNZLER, Paderborn;
Prof. Dr. Berthold WALD, Paderborn

Institution:
Theologische Fakultät Paderborn

Kurzbeschreibung des Projektes:
Die geplante Dissertation entsteht im Fach Liturgiewissenschaft bei Prof. Michael Kunzler; einer Anregung von Prof. Berthold Wald folgend und von ihm begleitet hat sie zum Ziel, Josef Piepers Verhältnis zur liturgischen Erneuerung in der kath. Kirche darzustellen. Dies mag zunächst befremden; denn Pieper war schließlich kein Liturgiewissenschaftler oder ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet und, nach Ausbildung und ausdrücklichem Selbstverständnis, auch kein Theologe. Andererseits war ein gläubiger und bekennender Christ und Katholik, der mit seinen Vorträgen, Schriften und Diskussionsbeiträgen zweifellos wesentlichen Einfluß auf die Kirche in Deutschland und weit darüber hinaus genommen hat. Seine Stimme hatte und hat Gewicht, und er hat seine Einflußmöglichkeiten und Kontakte genutzt, um die seit Beginn des 20. Jahrhunderts diskutierte, im II. Vaticanum kulminierende und seither mit allerlei Höhen und Tiefen in der praktischen Umsetzung begriffene Liturgiereform mitzugestalten. Dabei prägt der traditionelle Grundsatz „lex orandi lex credendi“ Piepers Denken: Liturgie ist der sichtbare Ausdruck des Glaubens der Kirche, deshalb ist sie von höchster Bedeutung und bedarf der tiefstmöglichen geistlichen und auch intellektuellen Durchdringung. Einerseits darf sie nicht in Symbolen erstarren, die unverständlich sind und der dargestellten sakramentalen Realität nicht weitestmöglich gerecht werden (vgl. WA, EB.II, S.133 – Taufe seines Sohnes Thomas), so daß sie in der Tat immer wieder der Erneuerung bedarf; andererseits darf sie niemals zum Experimentierfeld werden oder der subjektiven Verfügbarkeit eines Zelebranten bzw. einer einzelnen Gottesdienstgemeinde anheimfallen, weil sie stets Gottesdienst der gesamten Kirche ist und im Tiefsten nicht Spiel, sondern göttliche Realität ist. Hier setzt vor allem seine Kritik an der praktischen Umsetzung der Konzilsbeschlüsse (nicht an diesen selbst!) an (vgl. ebd., S. 544).
Die Dissertation versucht zunächst, aus Piepers Biographie heraus die einschlägig prägenden Momente darzustellen (kirchl. Prägung in Kindheit und Jugend, Begegnung mit der Liturgischen Bewegung und R. Guardini, die Zeit des Konzils, Eindrücke von der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse, persönliche Begegnungen). In einem zweiten Schritt sollen Piepers Schriften auf ihre einschlägigen Aussagen hin untersucht und im Überblick dargestellt werden; hierbei kommen insbesondere diejenigen Schriften in Betracht, die in Bd. 7 der WA zusammengestellt sind. Den Abschluß sollen eine daraus sich ergebende Verhältnisbestimmung zwischen dem Denken J. Piepers und der liturgischen Entwicklung seiner Epoche sowie ein Ausblick auf die Bedeutung seiner Beiträge für die derzeitige liturgische Diskussion bilden.

Voraussichtlicher Abschluss:
Erhofft ist ein Abschluß des Projektes bis Ende 2009.

To top


Language Selection

To view this website in English or Spanish language, please click the respective flag below.

English

Zur Person:

Josef Pieper (1904-1997) war Professor für Philosophische Anthropologie an der Universität Münster; Mitglied mehrerer Akademien; zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter der internationale Balzan-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften.

[mehr...]

Werke:

:: Werkeausgabe

:: Inhalt

:: CD-ROM

Bibliographie:

Veröffentlichungen über Josef Pieper bitte an die Redaktion melden.
:: Primärbibliographie
:: Sekundärbibliographie
:: Einzelschriften
:: Übersetzungen

Literaturrecherche:

:: Quellen
:: Bibliotheken

Buchbestellung:

Studienbereich Philosophie

:: Schwerpunkte

:: Abschlüsse

:: Lehrveranstaltungen

:: Kontakt

 

Das Studium der Philosophie bildet an der Theologischen Fakultät Paderborn einen institutionellen Schwerpunkt in Kooperation mit der Universität Paderborn. [mehr...]