"Kümmert euch nicht um Sokrates"

Der Titel für die drei Fernsehspiele meint natürlich das Gegenteil von dem, was er wörtlich sagt: Man soll sich durchaus um Sokrates kümmern, zugleich allerdings auch die Fortsetzung dieses unvollständig zitierten Satzes bedenken: »Kümmert euch um die Wahrheit!« Der griechische Philosoph Platon (427-347 v. Chr.) lässt Sokrates selber so sprechen. Von dem historischen Sokrates ist in Wirklichkeit kein geschriebener Text noch ein zuverlässig bezeugter Ausspruch überliefert. Es ist vielmehr Platon, der in seinen Dialogen die Gestalt des Sokrates als exemplarische Verkörperung philosophischer Existenz für die folgenden Jahrhunderte und bis heute gültig zur Darstellung gebracht hat. – Die Sprache dieser Fernsehspiele ist, ohne flach und billig-vereinfachend zu sein, dennoch für jedermann verständlich, niemals weitschweifig und oft spannend wie eine Kriminalgeschichte.

 

 

1. Wortmißbrauch und Macht - Ein Abend mit dem Gorgias des Platon

86 min/sw – Regie: Walter Rilla – Produktion: Bayerischer Rundfunk 1962

 

Ein Universitätslehrer, ein modisch erfolgreicher Literat, ein     Parlamentarier, ein junger Journalist und seine kluge Gefährtin, allesamt moderne Menschen, werden miteinander ins Gespräch gebracht und verwandeln sich unversehens in die Figuren des platonischen Dialogs »Gorgias« - also in den auf bloßen Augenblickserfolg bedachten Wortemacher, in den sittliche Normen respektlos ignorierenden »Radikalen«, in den brutalen Machtpolitiker, denen dann der sokratisch Philosophierende mit überlegener, manchmal sarkastischer Ironie und zugleich mit tiefem Ernst Widerstand leistet – während die wissbegierige Frau zwischendurch Informationen erbittet, deren auch der moderne Platonleser bedarf.

 

 

2. Platons Gastmahl

61 min/sw – Regie: Walter Rilla - Produktion: Bayerischer Rundfunk 1965

 

Nach einer erfolgreichen Theater-Premiere hat der Dichter Agathon einen kleinen Kreis von Freunden zum »Gastmahl« eingeladen, darunter den  Komödiendichter Aristophanes und vor allem Sokrates. Man beschließt, statt zu trinken, »der Reihe nach« über das Thema »Liebe« zu reden. Zuletzt spricht Sokrates von dem, was er von der Priesterin Diotima gehört hat: über den Aufstieg des Eros von der sinnlichen Entzückung bis zur Schau des Göttlich-Schönen auf der anderen Seite des Todes. Zum Schluß bricht lärmend der berauschte Alkibiades in die feierliche Runde ein und hält eine burlesk instrumentierte und zugleich tragisch ernste Rede auf Sokrates.

 

 

3. Der Tod des Sokrates

81 min/sw – Regie: Walter Rilla - Produktion: Bayerischer Rundfunk 1967

 

Drei platonische Werke sind hier miteinander verknüpft: die »Verteidigungsrede« (Apologie) des Sokrates, über die der junge Phaidon voller Zorn berichtet (Zorn darüber, dass der Angeklagte und Gefährdete sich weniger verteidigt als die Richter herausgefordert habe). Der Dialog »Kriton«,     worin der vergebliche Versuch geschildert ist, Sokrates zur bereits vorbereiteten Flucht aus dem Gefängnis zu bewegen. Schließlich der Dialog »Phaidon«, der von den Gesprächen über die Unsterblichkeit und das Gericht nach dem Tode berichtet sowie über das Sterben des Sokrates.

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Zur Person:

Josef Pieper (1904-1997) war Professor für Philosophische Anthropologie an der Universität Münster; Mitglied mehrerer Akademien; zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter der internationale Balzan-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften.

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