Philosophische Gotteslehre und Religionsphilosophie

Der Schwerpunkt „Philosophische Gotteslehre und Religionsphilosophie“ befasst sich mit der Vergewisserung der Vernunft in Bezug auf die religiöse Rede von Transzendenz bzw. von Gott, und zwar ohne Rekurs auf religiöse Offenbarung. Die Philosophische Gotteslehre (auch „Natürliche Theologie“ genannt) als Teil der speziellen Metaphysik fragt traditionell danach, ob es Gott gibt (an Deus sit) und was er ist (quid sit). Die erste Frage diskutiert kritisch, welche Gründe es für die Annahme Gottes gibt und ob sie vor dem Forum der Vernunft bestehen können. Die zweite Frage untersucht die Gott zugeschriebenen Eigenschaften, wie etwa Allmacht, Allwissenheit oder Allgüte, und überprüft ihre vernunftgemäße Plausibilisierung.

 

Je nach Konzeption kann die philosophische Frage nach Gott auch zur Disziplin der Religionsphilosophie gehören. Deren Reflexionsrahmen ist jedoch thematisch weiter als das Spektrum der Philosophischen Gotteslehre und kann neben bestimmten religiösen Überzeugungen auch das Gesamtsystem einer Religion mit Ritual- und Praxisformen umfassen. Näher betrachtet, gibt es jedoch aufgrund der Unterschiedlichkeit der Begriffe von Philosophie und Religion keine allgemein akzeptierte Bestimmung der Eigenart und der Aufgaben von Religionsphilosophie. Religionsphilosophische Überlegungen beziehen sich beispielsweise auf folgende Fragestellungen: die Entwicklung eines vernunftgemäßen Begriffs von Religion, die Untersuchung des Verhältnisses zwischen Glaube und Vernunft, die Begriffsklärung der religiösen Sprache, die Reflexion auf die religiöse Pluralität und den interreligiösen Dialog, die Analyse der Stichhaltigkeit von Argumenten für oder gegen die Existenz Gottes (letzteres als Religionskritik), die Prüfung der Leistungsfähigkeit und der Gefahren von religiösen Überzeugungen im säkularen Staat, etc.

 

Dabei kann man drei große Traditionen der Religionsphilosophie unterscheiden: die transzendentale, die auf Kant zurückgeht und den Gottesbegriff als Postulat aus bestimmten Voraussetzungen her entwickelt, die phänomenologische, die auf Husserl und Heidegger zurückgeht und vor allem den religiösen Akt im Blick hat, und die analytische Religionsphilosophie, die in engem Bezug zur Naturwissenschaft insbesondere die Vernünftigkeit des religiösen Glaubens diskutiert.

 

An der Theologischen Fakultät Paderborn werden brisante Schwerpunkte des thematischen und methodischen Spektrums der Philosophischen Gotteslehre und Religionsphilosophie in Vorlesungen und Seminaren vorgestellt und kritisch diskutiert. Ein besonderer Akzent liegt dabei methodisch auf der analytischen Religionsphilosophie und inhaltlich auf aktuellen Fragestellungen zur Herausforderung der religiösen Pluralität und zur naturalistischen und philosophischen Religionskritik.

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Zur Person:

Josef Pieper (1904-1997) war Professor für Philosophische Anthropologie an der Universität Münster; Mitglied mehrerer Akademien; zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter der internationale Balzan-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften.

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