Vernunft und Glaube

Mit dem Wahrheitsanspruch der christlichen Religion setzt sich der Glaube von vornherein in ein Verhältnis zur philosophischen Vernunft. Sowohl der christliche Glaube wie die philosophische Vernunft haben es mit dem Verstehen der Wirklichkeit und dem Sinn der menschlichen Existenz zu tun. Doch beziehen sich Vernunft und Glaube in verschiedener Weise auf dieselbe Wirklichkeit, insofern der christliche Glaube im Licht einer als wahr und wirklich angenommen göttlichen Offenbarung das natürlicherweise Erkennbare nicht bloß übersteigt, sondern in einer nicht mehr zu überbietenden Weise zu deuten beansprucht: Natur ist nicht das schon immer Vorhandene, sondern die andauernde Schöpfungstat Gottes; der Mensch nicht ein Produkt des Zufalls, sondern als sein Ebenbild von Gott gewollt; und die Zeit ist nicht endlose Dauer und Wiederkehr des Gleichen, sondern Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen.

 

Wenn es aber dieselbe Wirklichkeit ist, auf die sich Vernunft und Glaube beziehen, dann muß die geglaubte Wahrheit mit der natürlicherweise erkannten Wahrheit nicht bloß vereinbar sein, sondern ihren Anknüpfungspunkt im menschlichen Erkennen selber nehmen. Von hier aus stellen sich der Vernunft grundlegend konkrete Fragen. Zuallererst stellt sich die Frage nach der Existenz und dem Wesen Gottes, die im Glauben an seine Offenbarung immer schon vorausgesetzt ist; es stellt sich die Frage nach der Möglichkeit von Offenbarung und der Seinsweise der natürlichen Welt; ferner stellt sich die Frage nach der Fähigkeit des Menschen, Gottes Wirken in der Geschichte zu vernehmen und darauf mit seiner ganzen Existenz zu antworten.

 

Philosophie als Lehrfach an der Theologischen Fakultät Paderborn reflektiert das Verhältnis von Vernunft und Glaube konkret im Blick auf die Grundfragen der menschlichen Vernunft im geschichtlichen Überblick wie in ihrem systematischen Zusammenhang. Als besondere Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind hier zu nennen: Geschichte der Philosophie, Philosophische Gotteslehre und Metaphysik, Religionsphilosophie, christliche Anthropologie und Ethik.

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Zur Person:

Josef Pieper (1904-1997) war Professor für Philosophische Anthropologie an der Universität Münster; Mitglied mehrerer Akademien; zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter der internationale Balzan-Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften.

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